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Diese fünf Männer wollen Gaucks Job

یکشنبه 24 بهمن 11:32
Ein Ex-Minister, ein Forscher, ein TV-Richter, ein Lokalpolitiker - und der Vater eines Berufs-Spaßvogels. Soll noch jemand sagen, es gebe keine Auswahl für das Amt des Bundespräsidenten. Das sind die Kandidaten.
Diese fünf Männer wollen Gaucks Job

nach dem bericht von Spiegel; Frank-Walter Steinmeier muss sich bis Sonntagnachmittag gedulden, erst dann weiß er, ob er Deutschlands neuer Bundespräsident ist. Theoretisch. Denn im Grunde kann sich der SPD-Politiker seit Wochen auf die Amtsgeschäfte im Schloss Bellevue vorbereiten.

Das Bündnis, das sich im November auf den damaligen Außenminister festgelegt hatte, ist stark genug. 923 Wahlleute entsenden Union und Sozialdemokraten in die Bundesversammlung. Für die absolute Mehrheit benötigt Steinmeier 631 Stimmen. Dazu kommt: Auch die FDP will ihn mittragen.

Und trotzdem dreht sich am Sonntag nicht alles nur um Steinmeier. Denn offiziell gibt es noch vier weitere Bewerber um das höchste Amt im Staat. Linke, AfD, Freie Wähler und Piraten schicken eigene Kandidaten ins Rennen. Die meisten meinen es ernst.

Das sind die Kandidaten, die Joachim Gauck im Amt beerben wollen:

Frank-Walter Steinmeier, nominiert von der Großen Koalition

Frank-Walter Steinmeier

DPA

Frank-Walter Steinmeier

Agenda-Architekt, Außenminister, Kanzlerkandidat - Frank-Walter Steinmeier ist nicht nur der haushohe Favorit bei der Bundespräsidentenwahl, er ist auch der einzige Bewerber mit reichlich politischer Erfahrung - national und international.

1956 geboren, wuchs der Tischlersohn im ostwestfälischen Brakelsiek auf. Zunächst konzentrierte sich Steinmeier auf sein Jurastudium. 1991 kam er schließlich in die niedersächsische Staatskanzlei - und damit in die Politik. Unter Ministerpräsident Gerhard Schröder stieg Steinmeier schnell auf. 1998 folgte er Schröder nach Berlin.

Als Chef des Kanzleramtes war der Sozialdemokrat die zentrale Figur hinter der Agenda 2010. Er galt damals als Mann hinter den Kulissen. Das änderte sich 2005. Als Außenminister wurde Steinmeier zu einem der beliebtesten Politiker des Landes. Daran änderte auch eine schwere Niederlage nichts: Steinmeier trat 2009 bei der Bundestagswahl als SPD-Kanzlerkandidat gegen Angela Merkel an - und scheiterte krachend.

Zusammensetzung der Bundesversammlung nach Parteien

1260 Mitglieder gesamt
Absolute Mehrheit: 631 Stimmen
539

CDU/CSU
384

SPD
36

FDP
147

Grüne
95

Linke
35

AfD
11

Piraten
13

Sonstige

Vier Jahre später kehrte Steinmeier ins Auswärtige Amt zurück. Reisen, Diplomatie - das wird Steinmeier aller Voraussicht nach auch in Zukunft beschäftigen. Nach wochenlangem Gerangel hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel seinen Parteifreund als Bundespräsident vorgeschlagen. Mangels Alternativen musste die Union zustimmen - ein Coup der Sozialdemokraten, der Steinmeier wohl den nächsten Karriereschritt beschert: an die Spitze des Staates.

Christoph Butterwegge, nominiert von der Linken

Christoph Butterwegge soll den Linken ein gutes Ergebnis bescheren, ein Signal der Oppositionsfraktion, die bei Steinmeier nicht mitjubeln will. Dabei hätte es bei großen Teilen in der Partei durchaus die Bereitschaft gegeben, einen SPD-Kandidaten zu unterstützen.

Voraussetzung wäre jedoch eine Mitte-Links-Kooperation gewesen. SPD, Linke und Grüne haben in der Bundesversammlung eine Mehrheit - doch auf ein Bündnis konnten sich die drei Parteien nicht einigen.

Also Butterwegge als Plan B. Der Armutsforscher war bereits 2012 bei den Linken als Kandidat im Gespräch, lehnte damals jedoch noch ab. Der heute 66-Jährige lehrte bis Herbst vergangenen Jahres an der Universität Köln als Politikprofessor. Als Wissenschaftler befasste er sich unter anderem mit der sozialen Spaltung - immer wieder prangert er die Große Koalition, Hartz IV, Spitzenverdiener oder die Nato an.

Bis 2005 war Butterwegge Mitglied der SPD, seither ist er parteilos, zeigt jedoch Sympathien für die Linke. Mittlerweile ist Butterwegge im Ruhestand. Es spricht alles dafür, dass es dabei bleibt.

Albrecht Glaser, nominiert von der AfD

Albrecht Glaser

 

Albrecht Glaser

Als erste Partei stellte die AfD im Mai mit Alfred Glaser ihren Kandidaten für das Bundespräsidentenamt vor. Dabei ist der Vizevorsitzende nur die zweite Wahl der Rechtspopulisten. Wunschkandidat Alexander Gauland hatte verzichtet - aus Altersgründen: Gauland ist 75 Jahre alt. Glaser 74.

Der Jurist blickt auf eine lange Karriere als CDU-Kommunalpolitiker zurück: Er war Bürgermeister im baden-württembergischen Waldbronn und zwischen 1997 und 2001 Stadtkämmerer in Frankfurt. Mit den sogenannten "Glaserfonds", einem riskanten Anlagegeschäft, bescherte er der Stadt in der Finanzkrise Millionenverluste. 2001 setzte ihn der Finanzdezernent ab. Der Fall verfolgt Glaser bis heute.

Mit der CDU brach der Merkel-Kritiker 2012 - nach 42 Jahren. Im folgenden Jahr schloss sich Glaser der neu gegründeten AfD an. Glaser gehört dem ultrakonservativen Lager an. Zu Frauke Petry hat er ein gutes Verhältnis.

Wenn er denn Bundespräsident würde, "würde ich als Volkstribun agieren", sagt Glaser in Interviews. Mit 35 Stimmen, so viele Wahlleute schickt die AfD in die Versammlung, kann er rechnen. Mehr wären eine dicke Überraschung

Alexander Hold, nominiert von den Freien Wählern

Alexander Hold

 

Alexander Hold

Als Fernsehrichter ist Alexander Hold Millionen Menschen bekannt. Die Wiederholungen seiner Sendungen laufen immer noch - obwohl seit Jahren keine neuen Folgen mehr produziert werden. Jetzt tritt Hold wieder ins Rampenlicht: als Kandidat der Freien Wähler.

Hold bleibt bei seinem Thema: "Der Rechtsstaat darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen", sagte der Jurist beim Neujahrsempfang seiner Partei. Er glaubt, dass er Vertrauen der Bürger zurückgewinnen kann, indem er Entscheidungen verständlich erklärt. So wie er es als Richter im Fernsehen und im echten Leben über Jahren hinweg getan habe.

Der 54-Jährige sitzt seit Jahren für die Freien Wähler im Kemptener Stadtrat. In Berlin ist er nun krasser Außenseiter. Der Allgäuer nimmt es sportlich: "Ich fühl mich da so ein bisschen wie ein Spieler von Dynamo Dresden, den man angesichts eines Pokalspiels gegen Bayern München fragt: Warum machst Du denn das überhaupt?"

Der Staatsdienst bleibt Hold aber garantiert: Vom Richteramt auf Lebenszeit ist er für die Fernsehkarriere nur freigestellt - Rückkehr jederzeit möglich.

Engelbert Sonneborn, nominiert von der Piratenpartei

Engelbert und Martin Sonneborn

 

Engelbert und Martin Sonneborn

Im EU-Parlament veralbert Martin Sonneborn regelmäßig die etablierte Politik. Jetzt ist dem Satiriker die nächste Überraschung geglückt. Er nominierte seinen Vater Engelbert als Kandidaten für die Gauck-Nachfolge.

Das geht, weil Sonneborn von den Piraten in NRW als Wahlmann aufgestellt wurde. Sonneborn selbst ist Abgeordneter der Spaß-Vereinigung "Die Partei". Sein Vater, sagte er Mitte der Woche, sei "ein Mann von Manieren und großer Höflichkeit". Mit 79 Jahren sei er im besten Alter für das hohe Amt.

Engelbert Sonneborn pflege ein konservatives Weltbild, "was in der heutigen Zeit nicht verkehrt ist", sagte Sohn Martin. Er würde mit Kanzlerin Angela Merkel ganz gut harmonieren. Und: "Mein Vater hat einen dunklen Anzug."

نظرات

chapta
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